1.

Es kommt ein Schiff, geladen bis an sein’ höchsten Bord, trägt Gottes Sohn voll Gnaden, des Vaters ewigs Wort. (*) Wer will das Wort noch hören? Ist das Schiff nicht überladen, wie es am heiligen Abend ankommt, mit unseren Erwartungen, mit unseren Wünschen, mit alldem was uns täglich beschäftigt.

2.

In welchem Schiff sitzen wir? In dem großen Schiff unserer Gesellschaft, irgendwo orientierungslos zwischen Luv und Lee. Setzen wir uns alle ins selbe Boot oder ist uns ein viel kleineres, reineres lieber. Wollen wir Weihnachten feiern oder lieber unser kleines christliches Christfest?

3.

Im Schiff, das sich Gemeinde nennt, muss eine Mannschaft sein,
sonst ist man auf der weiten Fahrt verloren und allein.
Ein jeder stehe, wo er steht, und tue seine Pflicht;
wenn er sein Teil nicht treu erfüllt, gelingt das Ganze nicht.
Und was die Mannschaft auf dem Schiff ganz fest zusammenschweißt
ist Glauben, Hoffnung, Zuversicht, ist Gottes guter Geist. (*)

4.

Ich gebe es zu: Gerade unter Heiden beschleicht mich ab und zu der diabolische Wunsch, den Ungläubigen Weihnachten zu entreißen. Sie, statt zu Hause in ihren warmen Stuben ihre neuen iPads bewundernd speisen und trinken zu lassen, auch an den christlichen Feiertagen zur Lohnarbeit zu treiben. (*)

5.

Was ist dann die Weihnachtsbotschaft? Was wäre zu Weihnachten den Heiden und Traditionschristen, der Kerngemeinde und den Feiertagsbesuchern zu predigen, jenseits von Kulturkritik und Phrasenbullshit? Vielleicht, dass auch wir Christen Weihnachten und Jesus Christus nicht besitzen, sondern so wie die Heiden auf eine neue Wirklichkeit hoffen, auf die Erfüllung unserer Wünsche und alter Prophezeiungen. (*)