„Ich bin über die Maßen bestürzt über die Situation. Sie bewegt mich mehr als ich es für möglich gehalten hätte. Um ehrlich zu sein, habe ich die letzten paar Tage mit einer großen inneren Spannung gekämpft. Die Situation hat meine gewaltfreie Ethik radikal herausgefordert. Wie kann man bei einer gewaltfreien Ethik bleiben, wenn man sich einer solchen Situation gegenüber sieht? Die Wahrheit ist, dass es darauf keine einfache Antwort gibt — ich sehe mich selbst hilflos in einem Meer der Unentschiedenheit schwimmen.

Doch während ich die Situation betrachte, will ich eines nicht vergessen: Gewalt hat uns hierher gebracht; zu denken, dass Gewalt uns hier wieder herausbringen wird, ist genauso töricht, wie nichts zu tun.

Ich erinnere mich, wie ich in meinem ersten Jahr auf der Highschool vor dem Fernseher klebte und die ersten Tage der Operation Desert Storm verfolgte — Saddam Hussein weigerte sich, Kuweit fristgerecht zu verlassen, weshalb wir in den Krieg zogen. Nachdem wir ihn erfolgreich hinter seine eigenen Grenzen zurückgedrängt hatten, beendeten wir den Krieg — dafür wurde der ältere Präsident Bush von einigen kritisiert. Experten forderten, dass wir direkt nach Bagdad marschieren und Hussein absetzen sollten. Doch die Regierung war weise genug zu erkennen, dass das eine schlechte Idee war: Saddam zu stürzen würde ein Machtvakuum erzeugen. Die Leute, die dieses Vakuum möglicherweise füllen würden, wären schlimmer als das Regime, das wir zuvor gestürzt hätten.“

(aus Irakischer Völkermord: Unsere Gewalt hat uns hier her gebracht“, August 2014)