Am 24. Januar 1965 starb Sir Winston Churchill. Das Video zeigt Aufnahmen, die rund um seinen Todestag und seine Beerdigung entstanden sind. Die Musik stammt von Gustav Holst: I vow to thee my country.

„Im Geschichtsleistungskurs gingen wir noch einmal die Geschichte seit der Französischen Revolution durch. Was auf dem Papier das Zeitalter der Aufklärung, die Moderne war, entpuppte sich abermals als Ära der Kriege. Keine Revolution, die nicht mit Waffengewalt einher ging. Die Kriege an sich wurden größer, griffen auf ganze Länder und Kontinente, schließlich die ganze Welt über. Aus Schlachtfeldern wurden Niemands-Länder, aus Scharmützeln Krieg gegen die Zivilbevölkerung. Der von Deutschland aus entfesselte totale Krieg riss nicht nur Europa, sondern den ganzen Erdball ins Verderben. Unmenschliche Verbrechen begleiteten die Großkonflikte des 20. Jahrhunderts: Völkermorde, Vergewaltigungen, Massenbombardements, Vergeltungsmorde, Erschießungen, Vergasungen. All das steigerte sich bis hin zur Auslöschung des europäischen Judentums, die auf ewig das Schandmal unseres Volkes bleiben wird.

Wie begegnet man solchen Verbrechen, wie soll man ihnen Einhalt gebieten? Im ersten wie im zweiten Weltkrieg gelang das durch Verbündung und den massiven Einsatz von Kriegsmaterial und Menschenleben. „We shall go on to the end, we shall fight in France, we shall fight on the seas and oceans, we shall fight with growing confidence and growing strength in the air, we shall defend our Island, whatever the cost may be, we shall fight on the beaches, we shall fight on the landing grounds, we shall fight in the fields and in the streets, we shall fight in the hills; we shall never surrender.“ Churchills Rede ist nicht die eines Mannes der zurücksteckt, sondern eines Mannes, der sich mit allen Mitteln wehren will. Auch dieser Weg, der zur Befreiung des Kontinents von der Naziherrschaft führte, ließ sich nicht führen, ohne große Schuld auf sich zu nehmen. Seine Kriegsreden sind mir seit dieser Zeit im Leistungskurs gegenwärtig. Wie gebietet man dem industrialisierten Tod Einhalt, nur mehr mit Mut und Stärke und Gewalt — mit Blut, Mühsal, Tränen und Schweiß? Und was tun wir heute, um unsere Insel zu verteidigen?“

(aus „Warum ich kein Pazifist mehr bin“ vom August 2014)