Frank Skinner ist ein englischer Comedian. In Deutschland ist er nahezu unbekannt, in Großbritannien kennen ihn viele aus dem Radio oder diversen Fernsehsendungen. Skinner unterscheidet sich von anderen zeitgenössischen, englischen Comedians in seiner Haltung zum Glauben. Anders als populäre Agnostiker und Atheisten wie Stephen Fry, Alan Davies oder David Mitchell bekennt er sich offensiv zu seinem katholischen Glauben. Das hat vielleicht auch damit zu tun, dass er nach einer gut zehnjährigen Phase der Entfremdung von seinem röm.-kath. Kinderglauben als Endzwanziger nach langer „spiritueller Suche“ aus eigenem Willen wieder in den Hafen der Mutterkirche eingefahren ist – „Konvertiten“ sind ja immer etwas härter drauf.

Im obenstehenden Gespräch unterhält sich Skinner mit dem damaligen Bischof von Canterbury, Rowan Williams, über Humor, Glauben und Kirchen. Da auch Williams ein cleverer und unterhaltsamer Typ ist, gerät der Ausstausch zu einer lustigen Tour d’Horizon zu aktuellen Debattenthemen wie Predigt, Gottesdienst, Spiritualität, Umgang mit Atheisten, etc. – dabei hat Skinner seinem Gesprächspartner und Publikum eine Menge zu sagen. Manchmal gleitet er sogar ins Predigen aus. Seine Ansichten zu vielen „Kirchenthemen“ teile ich, umso schöner, wenn sie hier humorvoll daher kommen.

Und dann sind da ein paar goldene Momente, weil ganz ehrliche Aussagen und Fragen. Z.B. Skinners Schilderung einer „von vielleicht vier oder fünf Predigten aus gut Tausend, die wirklich hängen geblieben sind“, die nicht nur bei mir hängen geblieben ist, sondern auch homiletisch nachdenklich stimmt. Der Comedian Skinner tritt für eine ernsthafte Kirche ein, die Fragen, Gesten und Gedanken einfach einmal stehen lässt, statt sich in Anbiederung, Ausführungen und Besserwisserei zu ergehen. Wo hab ich das die Tage so ähnlich nur gelesen?