Was soll das? Schaust Du hier.


Debatte

Rezension: „Mit Gott in der Stadt.“ (Emergent Deutschland)
In der Debatte geht es diese Woche um die Kirche in der Stadt. Den Anfang macht eine ausführliche Besprechung des Buches „Mit Gott in der Stadt – Die Schönheit der urbanen Transformation“ von Harald Sommerfeld. „Als erstes fällt auf, dass es sich um ein sehr klar gegliedertes, schön aufgemachtes Buch mit Lehrbuchcharakter handelt. Am Ende jedes Kapitels gibt es eine knappe Kapitelzusammenfassung mit bullet Points, so dass man einfach die Zusammenfassungen lesen kann, um dann zu entscheiden, welche Kapitel man genauer lesen möchte. Außerdem gibt es weiterführende Fragen zur Diskussion und Literaturhinweise. Aufgelockert wird der Text durch Grafiken, (farbigen) Bildern, Schaubildern und Tabellen, so dass die Rede von der „Schönheit“ der „urbanen Transformation“ schon durch die Gestaltung plausibel gemacht wird.“

Has the Christian Church Forgotten Its Urban Roots? (Citylab, The Atlantic)
Passend dazu ein schon etwas älterer Text auf Englisch über die städtischen Wurzeln des Christentums. „Today, this narrative of Christianity as a religion with urban roots is notable for an abrupt turn in the story over the last half-century, particularly in America: Now, cities are commonly described as the epicenter of secularism, with Christians and their mega-churches retreating outside the citadel. […] „Oftentimes, it’s been Christians who’ve been the slowest to see new cultural trends in what’s going on,” Buzzard says. And if more Christians don’t heed this call? „The consequences would be great. You’d have an increasingly marginalized Christian community in America, really not incredibly relevant to where the bulk of our population is living.““ Ein Ruf zurück in die Stadt, dorthin wo es brodelt, manchmal dreckig ist und stinkt.

Le Monde Entièr Est un Cactus: As Cities Change Rapidly, the Songs Stay the Same (medium.com)
In diesem Text (nebst beiliegender Spotify-Playlist) geht es um sich verändernde Stadtlandschaften und ihre Lieder. „A song gains a foothold, and songs phrased in a playlist establish many points and feelings. As has been done by our ancestors, we’ll show these playlists to our offspring and say: These songs are about a place that you will never go to. These places don’t exist anymore. The city no longer looks as it once did, but the songs sound the same.“

Arbeiten. So dass man es sieht. (#RLVNZ, Sebastian Baer-Henney)
Letzter Gedanke heute zu Stadt und Kirche. Sebastian Baer-Henney fordert dazu auf, seine Arbeit z.B. im Café um die Ecke zu erledigen, so dass „die Leute“ sehen, dass Pfarrernde nicht nur am Sonntag arbeiten. Sind wir auf dem Weg zum Hipster-Pfarrer? Und was ist mit Lk 18,9–14?

Randständiges

Hier kommt der Kirchentag! (stilvoll glauben, evangelisch.de)
Der Kirchentag 2017 hat sein Motiv enthüllt. Darüber wurde auf Twitter einigermaßen engagiert unter dem Hashtag #DuSiehstMich diskutiert. Und der Kirchentag (@kirchentag_de) retweetete pflichtschuldig noch die gröbsten Anwürfe, vielleicht ja mit dem Ziel einmal zu trenden? Geschrieben hat über das neue Motiv z.B. Heiko Kuschel in seinem evangelisch.de-Blog stilvoll glauben: „Und was auch immer man von der Plakatgestaltung halten mag: Sie fällt auf und sorgt für Diskussionen. Mehr kann man sich von einem Plakat eigentlich nicht erwarten. Chapeau, Scholz & Friends! Und nun: Da – daadadamm damm dadadada, dada damm damm damm damm hier kommt der Kirchentag!“ Mit seinem Text und diesem Schlussakkord stimmt Heiko Kuschel in den fröhlich infantilen Ton des Motivs ein. Mit einem Argument hat er aber zweifelsohne Recht: eine gute Bildmarke macht ihr Wiedererkennungswert aus und der ist eben auch von ihrer „Diskutierbarkeit“ abhängig. Ich muss zugeben, dass das einzige Kirchentagsmotiv, an das ich mich erinnere, das von 2007 ist. Und ich glaube mich erinnern zu können, dass die Haifisch-Assoziation damals auch nicht alle witzig fanden. Sie lieferte aber zweifelsohne Nahrung genug, um sich darin herzhaft theologisch zu verbeißen. Ob dass dem Kulleraugen-Smile auch so geht, werden wir freilich erst in ein paar Monaten beurteilen können.

Evangelische Kirche schreibt erneut Männer-Predigtpreis aus (landeskirche-hannovers.de)
„Die Männerarbeit der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) lobt bereits zum vierten Mal ihren „Männertheologischen Predigtpreis“ aus. Texte einreichen könnten Männer und Frauen im Verkündigungsdienst, Studierende der Theologie oder Religionspädagogik sowie Schülerinnen und Schüler, teilten die Initiatoren am Freitag mit. Die besten vier Predigten würden mit insgesamt 1.000 Euro prämiert.“

zufrieden entschieden (marthori)
In diesem interessanten Text geht es darum, wie man jenseits klassischer Mehrheitsentscheidungen in Gruppen und Organisationen zu guten und – achtung! – nachhaltigen Entscheidungen kommt. „Systemisches Konsensieren ist eine wunderbare Alternative zu unserer klassischen Abstimmungsmethode, der Mehrheitsentscheidung. Bei einer Mehrheitsentscheidung werden die Stimmen gezählt, die einen Vorschlag befürworten. […] Wie wäre es stattdessen mit Entscheidungen, mit denen alle zufrieden sind!?“

Alexander Deeg – Abschaffung der Amtskreuze für leitende Geistliche (NAMENSgedächtnis)
Der mir ansonsten absolut unbekannte Blogger schreibt über Prof. Alexander Deeg (PT, Leipzig), der auf einer Veranstaltung dazu aufgerufen habe, Amtskreuze evangelischer Geistlichen abzuschaffen. „Da hat Alexander Deeg, […] richtig hingelangt […]. Er sprach sich nämlich für eine Abschaffung der Amtskreuze von „leitenden Geistlichen“ in den evangelischen Kirchen aus. Das „Kreuz als Rangabzeichen“ ist für ihn „ein Irrweg, den wir dringend verlassen sollten“.“

Why nothing seems to get people back to church – The issue at the core of decline (The Millennial Pastor)
Interessanter und kurzweiliger Text von Erik Parker (auf Englisch) über ein Problem vieler Kirchgemeinden und Gruppen. „Yet, almost always when we speak of getting people to start coming back to church, we say it just like that – ‘back to church.’ And the issue goes deeper than that. So often when I ask church members what reason keeps them coming to church, there is almost always one things at the top of the list: Church feels like family, church is a community.“ Ich habe ihm auf meinem Blog geantwortet (auch auf Englisch).

Predigt

Preachers on Preaching – Nadia Bolz-Weber (The Christian Century)
Das große christliche Mainline-Magazin The Christian Century hosted einen Podcast, in dem sich mit Predigern über das Predigen unterhalten wird (auf Englisch). Diesmal zu Gast: Nadia Bolz-Weber, über die ich z.B. hier schon geschrieben habe. Hörenswert.

Humility {#wholemama} (overflow, Erika Shirk)
Keine Predigt. „Right in this uncertainty where the answers are multifaceted and really just depend on where the light is coming from. Right in the middle of my own life as it shapes the world a little bit. Right here for now. Not trying to know all the answers. Maybe I just continue with hands out to catch the sparkling beauty shining through the many faces of faithful obscurity. Seeking out that Source instead of the answers and resting in promises right alongside the ceaseless questions.“