Eine kurze Woche geht zu Ende. Kirchentechnisch war es ja eine lange, intensive Woche.  Bitte sehr:

Debatte

Lob der Grauzone (Allotria catholica)
Wie soll man den Islam – jede Religion imho – verstehen und erklären? Und, gibt es die eine Antwort? „Im Februar 2015 erschien ein Text im Dabiq, einer Art von Zentralorgan des IS, der seit letztem Herbst auch westlichen Medien zitiert wird, demzufolge es gelte, die «Grauzone» auszulöschen, die Zone, in der Muslimûn und Andersgläubige friedlich zusammenleben. […] Wer immer aber gegen den IS ist, pflege die Grauzone.“

Terry Eagleton and the awkward necessity of being radical (ROTSINN)
Ich mag Terry Eagleton sehr. Sein kleines Büchlein über den Sinn des Lebens habe ich ganz am Anfang meiner Bloggerei einmal ins Auge gefasst. Hier geht es aber um etwas anderes: „Rather, I would like to do nothing more than to mention that Terry Eagleton – like myself – sees the need for a firm faith-based intervention into social and political discourse. We have to bear in mind, however, that faith and faith-communities are not mere functions of society. Also their justification lies not in the useful kit they provide for the social fabric.“

Das Reformationsjahr 2017 im postpatriarchalen Durcheinander (DurchEinAnderBlog)

Ein Vortrag zum Nachlesen. Es geht um Feminismus und die Reformation. Dazu ist alles schon gesagt? Ne! „Die Reformatorinnen und Reformatoren haben erkannt, dass GOTT, DAS LEBENDIGE kein „Etwas“ ist: kein Ding, das höhere Männer als exklusives Heilspaket an abhängige Kundinnen und Kunden verkaufen können, je nach Finanzkraft mehr oder weniger. Sie haben deshalb aufgehört, Räume exklusiver Sakralität vom Alltag abzutrennen. Im Prinzip jedenfalls. Bis zu einem gewissen Grad haben sie das Anderssein, die Unverfügbarkeit des Göttlichen wieder in die Mitte gestellt. So konnte das Heil, das göttliche Erbarmen, wieder anfangen, frei zu fließen, zwischen allen und allem.“

Randständiges

Das Trauma wird weitergereicht, Rezension von Christoph Fleischer, Welver 2016 (Der schwache Glaube)
Rezension eines offenbar spannenden Buches. Am Thema Generationenerzählungen bin ich jetzt schon eine Weile dran. Diese Buchbesprechung macht neugierig auf die Lektüre des Buches von Matthias Lohre. „Die persönlichen Schilderungen von Angehörigen und Zeitzeugen lassen die Zeiterfahrungen des Nationalsozialismus lebendig werden, genauso wie sie die persönlichen Stimmungen einfangen, unter denen die damaligen Kinder aufgewachsen sind. Nur diese persönliche Spur macht es möglich, sich als Leserinnen und Leser zu fragen, wie es wohl bei sich selbst und den eigenen Eltern gewesen sein mag und welche Erfahrungen sie gemacht und evtl. in der Nachkriegszeit verschwiegen oder schlicht vergessen haben.“

Es braucht ein Dorf … (Techniktagebuch)
Genau.

Street Artist Biancoshock übersetzt das Internet ins Offline-Leben (KLONBLOG)
Lustig. Und bedenkenswert.

Bibel

Vlad Dracul and Count Dracula: Reflections on David, the King (The Peripatetic Preacher)
John C. Holbert schreibt über seine Reise nach Rumänien auf den Spuren von „Dracula“ und über den alttestamentlichen König David. Hö? „And so what has all this to do with King David, I hear you asking? David is never far from my thoughts, I have to admit; his story has been for me a touchstone of my life with the Bible. The David I find in scripture, far from the sweet peasant boy of sheep and song, is for much of his life a bloodthirsty thug.“

Predigt

Predigt zur Konfirmation Jes.40,31 (Pastorenstückchen)
Eine Konfirmationspredigt von @knuuut. Hatte am Anfang Sorge, dass sie etwas ins anbiedernd Jugendliche kippt. Aber ich nehme ihm die Predigt ab, kenne ihn aber nur aus dem Netz. Von daher aber als durchaus jung geblieben. „Wenn es „läuft“, ist alles gut.“

Sascha Lobo: The Age of Trotzdem (re:publica 2016)
Die Predigt der Woche mit der größten Reichweite. So sieht Kanzelrede heute aus, nicht mal säkular ist sie Lobo geraten.