Für die Links zum Tag des Herrn sammle ich Blogartikel, die sich vor allem mit Religion, Glaube und so auseinandersetzen. Weil ganz viele Leute dazu schöne, sinnvolle, tiefgehende Texte ins Internet schreiben, die nach meinem Dafürhalten zu wenig gelesen werden.

Ihr könnt mir beim Zusammentragen gerne helfen, indem ihr mir Links zu interessanten Beiträgen schickt. Ich werde Hinweise von Euch – auch auf Texte, die ihr selbst geschrieben habt – 100%ig mit in die nächste Ausgabe aufnehmen.


Debatte

Kirche muss intellektuell attraktiver werden (Knut Berner, Deutschlandradio Kultur)
Der Systematiker Knut Berner fordert, dass die Kirchen sich nicht dumm stellen. „Kennzeichen von Bildung ist das Aushalten-Können von Widersprüchen und Ungewissheiten sowie die Fähigkeit, selber urteilsfähig zu sein. In Kirche und Theologie sollte mehr damit gerechnet werden, dass Menschen intellektuelle Erwartungen haben und es sich lohnt, die innere Plausibilität des christlichen Glaubens auf der Höhe der Zeit darzulegen.“ Innerhalb meiner bescheidenen Filterblase wurde sich über diesen Text eifrig ausgetauscht, leider m. E. nur auf Twitter und nicht in tiefergehenden Blogartikeln. Liegt die intellektuelle Sparsamkeit (nicht nur der Predigt) vielleicht einfach am Zeitmangel?

Ich mag Berner schon zustimmen, weil mich die intellektuelle Unterforderung so mancher Predigt auch ärgert. Am Montag habe ich darüber am Beispiel von Christi Himmelfahrt auf theologiestudierende.de geschrieben. Und natürlich hat mich seine Forderung auch wieder an die Äußerung von Alec Baldwin bei David Letterman erinnert, er würde gerade deshalb wieder regelmäßig in die Kirche gehen, weil er da „professionellen Denkern“ zuhören kann. Zumindest für die Wiedergewinnung von „Kirchenenttäuschten“ scheint mir die erhoffte Vertiefung ein probates Mittel zu sein, wie u.a. auch Frank Skinner und Rowan Williams in ihrem Gespräch bemerken, das ich Gestern hier in der Spätschau vorgestellt habe.

Die Forderung nach mehr Intellektualität darf m. E. aber nicht zu solchen Predigten führen, wie dieser hier: „Diese bewegte und bewegende Botschaft hören wir heute als gottesdienstliche, aber auch musik- und kulturgeschichtliche Ursprungserzählung von Pfingsten. Sie ist auch ein wichtiger Text der pfingstlich-charismatischen Frömmigkeit und Theologie. Diese Erzählung der Apostelgeschichte des Lukas erleben verschiedene Pfingstler unmittelbar als den mit Glossolalie verbundenen “Anfangserweis” der “Geisttaufe”. Indem sie den Text — über den “garstigen Graben” hinweg — zu sich sprechen lassen, erleben sie eine “Taufe mit dem heiligen Geist”; dessen Gegenwart läßt in den Wiedergeborenen Früchte des Geistes als verschiedene Gaben, Dienste und Wirkungen zur gegenseitigen Auferbauung und zum Dienst an der Welt erwachsen (BFP, 2003) (1. Kor 12, 4 – 12).“ Das sind dann einfach verkappte Vorlesungen, die nicht nur sprachlich am Sinn der Predigt vorbei gehen. Ganz richtig deshalb:

Steht der Staat über der Religion? (Christ & Welt)
Auch der zweite Beitrag zur Debatte stammt diese Woche nicht aus einem Blog. In der Christ & Welt erschien ein Pro & Contra von Wolfgang Thielmann und Hannes Leitlein (@hannesleitlein) zur Frage, was denn nun vor geht: Der Staat oder die Kirche. Schön, dass hier einmal mehr die hervorragende Rede Navid Kermanis im Deutschen Bundestag aufgenommen wird, über die ich hier auch schon geschrieben habe. Und nur so ein ganz klein bisschen hat mich die Diskussion natürlich an meinen eigenen Kommentar zur Kauderschen Forderung nach Moschee-Spitzeln von vor zwei Wochen erinnert.

Randständiges

Kommentar: Diakonat der Frau – Es ist an der Zeit! (Deutsche Welle)
In der röm.-kath. Kirche wird über die Freigabe des Diakonenamts für Frauen diskutiert, nachdem Jorge Bergoglio auf einem Treffen mit Ordensschwestern (wieder einmal) flapsig Reformen in Aussicht gestellt hat. Dieser Text bietet, anders als es die Ankündigung als „Kommentar“ erwarten lässt, einen Überblick für all diejenigen, an denen die Diskussion diese Woche vorbei gegangen ist. „Weibliche Diakoninnen, das geht nicht? Ach was. In der frühen Kirche gab es völlig losgelöst vom Priesteramt männliche und weibliche Diakone. Das geriet dann (in einer klerikaler werdenden Kirche) in Vergessenheit. Erst das Zweite Vatikanische Konzil (1962-65) belebte diese Tradition wieder.“

Der Wolf im Schafspelz? Christen in der AfD (A Bullerbü Life)
Ein Artikel über die Forderungen der Christen in der AfD, aber nicht aus Perspektive derer, die deren Ziele allesamt ablehnen, sondern aus – ich kann es nicht anders sagen – sehr konservativer Frömmigkeit heraus. Trotzdem: „Vielleicht wäre es eher an der Zeit einen eigenen (christlichen) Standpunkt zu finden und öffentlich und sichtbar in der Gesellschaft für ihn einzutreten, anstatt diejenigen zu marginalisieren, die einen (wenn auch nicht-christlichen) Standpunkt bereits gefunden haben. Auch wir Christen profitieren letztendlich von der Religionsfreiheit in unserem Land und sollten diese aus diesem Grund auch Andersgläubigen zugestehen.“ Ich glaube, es braucht noch viel mehr „Fromme“, die auch in grundsätzlicher Sympathie mit vielen konservativen Forderungen den Irrsinn der AfD nicht einfach stehen lassen.

Ausstellung zum Thema „Luther, Bach – und die Juden“ in Eisenach
Da werd ich mich bemühen, mal hinzukommen. „Die Ausstellung liefere zugleich einen Nachtrag zum Themenjahr 2013 der Reformations-Dekade „Reformation und Toleranz“. Die damalige Diskussion, „ob die Evangelische Kirche von ihren Marketingfachleuten gut beraten war, die Person Luthers in den Vordergrund ihrer Reformationsfeierlichkeiten 2017 zu stellen, können wir nicht wiederholen – wohl aber rechtzeitig vor deren Beginn daran erinnern“, erklärte Bachhaus-Direktor Jörg Hansen, der die Eisenacher Ausstellung auch kuratiert.“

Der Dackel darf mit ins Grab (via @Strack_C)

Predigt

Heiligen Geist antrainieren? – Predigt zu 1.Korinther 12,4-11 von Thomas Volk (predigten.evangelisch.de)
Diese Predigt ist unter allen Pfingstpredigten, die auf der Predigtplattform von evangelisch.de dieses Jahr angeboten werden, mir noch die Erträglichste – trotz ihres völlig verunglückten Titels. Am besten aber hätte auch sie wohl nach der kurzen Eingangsgeschichte und vor den Erläuterungen derselben geendet. Mut zur Kürze! Ich und viele andere Zuhörer können sich den Rest schon denken (s. Debatte).

Die Eine Sprache (Eva-Katharina Well, theologiestudierende.de)
Auch das ist eine Predigt. Eine Gute noch dazu.