Terry Eagleton schreibt über den Gotteswahn von Richard Dawkins. Auch wenn die große Debatte rund um den öffentlichkeitswirksamen Atheisten und Naturwissenschaftler Dawkins inzwischen merklich abgebbt ist, lohnt die Lektüre des ganzen Artikels. Denn Eagleton widerspricht Dawkins nicht einfach, er führt seinen Atheismus auf die Gründe zurück, von denen Dawkins fälschlicherweise ausgeht und stellt ihnen die tatsächliche Welt gegenüber. Das ist großes Debatten-Kino.

An Eagletons Rezension ist aber nicht nur interessant, wie der lautstarke Religionskritiker Dawkins gepflegt unter die Räder kommt. Nebenbei erklärt Eagleton auch den christlichen Glauben aus seiner Perspektive als kritischer, linker Intellektueller.

“The Christian faith holds that those who are able to look on the crucifixion and live, to accept that the traumatic truth of human history is a tortured body, might just have a chance of new life – but only by virtue of an unimaginable transformation in our currently dire condition. This is known as the resurrection. Those who don’t see this dreadful image of a mutilated innocent as the truth of history are likely to be devotees of that bright-eyed superstition known as infinite human progress, for which Dawkins is a full-blooded apologist. Or they might be well-intentioned reformers or social democrats, which from a Christian standpoint simply isn’t radical enough.”

(Terry Eagleton feiert am 22. Februar 2014 seinen 72. Geburtstag. Auf meinem Blog habe ich bereits seinen kleinen Band über den Sinn des Lebens vorgestellt.)